Eine Gemse am Kopf…

… und Goiserer an den Füßen. Die zünftigen Trachten-Accessoires gehen auf die Zeit des Biedermeier zurück.

Bei einem traditionell trachtigen Outfit darf die entsprechende Kopfbedeckung nicht fehlen. Steirer- und Tirolerhut –  einander optisch sehr ähnlich – sind wohl die bekanntesten Begriffe für Trachtenhüte. Ersterer soll laut Kostümhistorikerin Ingrid Loschek auf den Ausseer-Hut zur Zeit des Biedermeier zurück gehen und mit kleinerem Kopf und kleinerer Krempe eine vereinfachte Form desselben darstellen: Schwarz oder grau in der Farbe und mit grünem Band.

Der Tirolerhut wiederum weist einen nach oben schmäler werdenden Kopf mit einer kleinen Triangelbeule und einer schmalen, hinten aufgebogenen Krempe mit verschiedenen Garnierungen auf. Beispielsweise einen Gamsbart, also einen büschelförmig gebundenen Schmuck aus den Rückgrathaaren von Gemsen. Durch Edward VIII, ab 1937 Herzog von Windsor, ging der Tirolerhut in die Weltmode ein und wurde in der Folge speziell von US-Studenten als modisches Accessoire bis in die 60er-Jahre hinein gerne getragen.

Ein weiterer Trachtenhut findet sich in dem nach Graf Lamberg benannten Salzburger Lamberghut. Aus schwarzem Filz, mit Scheitelkniff im Kopf, vierfacher grüner Kordel, abstehender Spielhahnfeder und flacher, roulierter, vorne etwas herunter geklappter Krempe ist er auch heute noch vorallem in Österreich und Bayern als sportlicher Stadthut zu sehen.

Goiserer und Haferl

Auch das richtige Schuhwerk ist bei Trachten- und insbesondere bei der Wanderkleidung von Bedeutung. Der Klassiker heißt Goiserer und stammt aus Bad Goisern im Salzkammergut. Als Wander- und Bergschuh weist er eine steife, hohe Vorderkappe auf, die als Schutz vor Geröll dient. Die Blattränder sind zur Sohle hin abfallend. Ein tiefer Knöchelausschnitt sowie die Schnürung an der Außenseite zählen desweiteren zu den Besonderheiten des Goiserers.

Der Haferlschuh ist zwar schwäbisch-alemannischen Ursprungs, jedoch nur im alpenländischen Raum üblich. Dabei handelt es sich um einen festen Berghalbschuh und ursprünglich mit langer, quer über die Ristverschnürung geschlagener Lasche, deren Enden desöfteren zu Fransen geschnitten sind. In den 20er-Jahren wurde er auch als Sportschuh auf der Straße getragen und ist auch gegenwärtig im Stadtbild anzutreffen. (dabu)